EURO - Jugendmusikfestival 2005 in Offenburg

Mario Solera Maximo Diego Pujol

Interview mit dem Gastdirigenten Mario Solera:
(das Gesräch führte Arnold Sesterheim)

Mario Solera, Gitarrist, Dirigent und Komponist in Costa Rica, hat einereiche Lehrtätigkeit in verschiedenen Fächern an der Escuela de Artes Musicales der Universität von Costa Rica vorzuweisen. Er ist sowohl als Interpret Alter Musik (Gambe und Laute) als auch traditioneller lateinamerikanischer Musik tätig. Er konzertiert solistisch als Gitarrist in Orchestern in Mittelamerika und den USA. Er leitet mehrere Ensembles und ist außerdem der vom Kulturministerium in Costa Rica eingesetzte  Chef des nationalen Blasmusikverbandes und Professor für Gitarre und Theorie an der Abteilung der Universität von San José in Palmares. Im Jahre 2003 organisierte er in Zusammenarbeit mit örtlichen Institutionen die Konzertreise des JGO B.-W. nach Guatemala Honduras, Nicaragua und Costa Rica. 

AS: Mario, erstmalig hast Du einige Tage instensiv mit dem JGO B.-W. arbeiten können. Wie kam es in dieser kurzen Zeit von knapp vier Tagen zu diesem herrlichen Konzert am 27. Mai in Offenburg?

MS: Der erste Tag, Montag, war für mich fürchterlich! Mir schien, dass sich die JGO’ler nur sehr unzureichend vorbereitet hatten. Ich konnte mir am ersten Abend nicht vorstellen, wie wir am Freitag ein gutes Konzert geben sollten! In meiner Not verordnete ich ihnen für den Dienstagvormittag das Studium ihrer Stimmen. Das taten sie auch, und ich konnte beobachten, dass es erstaunliche Fortschritte gab. Ja, ich will ganz offen sagen, dass es von Stunde zu Stunde und damit von Tag so großartige Fortschritte gab, wie ich sie bei keinem anderen Ensemble, das ich jemals geleitet habe, feststellen konnte! Das war eine grandiose Erfahrung für mich! Aber nicht nur, dass die JGO’ler den Text hundertprozentig lernten, nein, sie fühlten sich von Tag zu Tag immer besser ein in das besondere Feeling mittelamerikanischer Musik wie „Salsa a la Brujería“, „Arenal“ von Guido Sánchez, den weiteren Werken von Carlos Castro und Leo Brouwer. Diese außergewöhnliche Fähigkeit des JGO gepaart mit der zwischen uns stimmigen „Chemie“ hat schließlich zu dem schönen Konzert geführt, das wir alle sehr genossen haben.

AS: Du hast ja ausschließlich mittelamerikanische Musik einstudiert. Ich möchte einen Titel herausgreifen: Das auch hier in Europa unter Gitarristen sehr bekannte opus „Danza caracteristica“ von Leo Brouwer für Gitarre solo, von Dir und dem JGO vorgestellt in einem Arrangement für Gitarrenorchester. Ich selber spiele das Werk seit Jahren, aber ich muss zugeben, dieses Arrangement eröffnete mir total Neues, nämlich zuvor noch nie gehörte lineare, polyphone, rhythmische Strukturen und Klangfarben... Wie habt ihr das gemacht?

 

MS: „Danza caracteristica“ kenne ich als Gitarrenkomposition natürlich seit vielen Jahren. Außerdem sind mir die Melodie- und rhythmischen Quellen im Schaffen von Maestro Brouwer sehr vertraut sowie sein wunderbarer Umgang damit. Die kubanische Musik, ihr Geist, ist uns sehr ähnlich und wir pflegen auch regen künstlerischen Austausch mit Kuba. Dies alles ist mir sehr hilfreich gewesen, den JGO’lern, obwohl Deutsche, Europäer, dieses spezifische Feeling zu vermitteln. Hinzu kam das ausgezeichnete Arrangement, basierend auf einer Version von Paquito D’Rivera, welches meinen eigenen Vorstellungen sehr entgegenkommt. 

AS: Berichte uns bitte über Deine aktuellen Aktivitäten in Costa Rica.

MS: Zur Zeit haben wir in Costa Rica das Gitarrenorchester der Uni San José in Palmares, an der Uni selbst sowohl ein Anfänger- als auch ein Fortgeschrittenen-Orchester sowie das Git.-Orchester der „Escuela Superior de Guitarra“. Mit all diesen Orchestern arbeite ich zusammen als Gastdirigent, Solist oder als Arrangeur von Kompositionen für Git.-Orchester. Einige Jahre war ich Dirigent des Universitäts- Gitarrenorchesters und, später, des Gitarrenorchesters von Costa Rica. Beides waren Orchester von quasi professionellem Niveau und wir haben in diesen Jahren fünf CD’s eingespielt sowie Konzertreisen unternommen nach Europa, USA, Ecuador, und oftmals in andere Länder Mittelamerikas. Mit letzterer Gruppe konnten wir auch Dank Euerer Hilfe in Heidelberg konzertieren. Nach so vielen Jahren der Auslandsreisen, Konzerte und CD-Produktionen haben wir im Jahre 2002 beschlossen, uns in dieser Formation aufzulösen. Mit der positiven Absicht, dass alle Teilnehmer etwas eigenes auf die Beine stellen wollen! Solistisch, als neues Ensemble, neues Orchester..das ist doch wunderbar! Ich selber habe mich seither, neben meiner Tätigkeit als Gitarre-Professor, verstärkt der Blasmusik meines Landes zugewandt und darüber hinaus das Trio JKM gegründet, eine Formation in der Besetzung Klavier, Gitarre und Perkussion mit meiner Frau, meinem Sohn und mir.

AS: Das Bundesland Baden-Württemberg fördert, neben vielen anderen vorbildlichen Maßnahmen der Jugendförderung, in hohem Maße jugendliche Auswahlorchester. Aus dem mittelamerikanischen Raum ist mir Ähnliches nur aus Kuba bekannt. Wie sieht es aus mit staatlicher Förderung in den mittelamerikanischen Ländern?

MS: Leider, obwohl sie alle wie Kuba sehr arm sind, geben diese Länder das meiste Geld für das Militär aus. Deshalb bleibt für die Kulturförderung so gut wie nichts übrig. Ich will Beispiele anführen: In Guatemala gibt es einen ausgezeichneten Gitarristen, Maestro William Orbaugh, ich glaube deutscher Abstammung. Er gründete und führt eine Musikschule in Guatemala-Stadt und erhält keinen Cent staatlicher Unterstützung für seine wertvolle Jugendarbeit, und das in einem Land, welches dies bitter nötig hätte. In El Salvdor gibt es zwar eine private Initiative zur Förderung der Gitarrenmusik, doch wegen null Unterstützung seitens des Staates kommen sie auf keinen grünen Zweig. In Honduras gibt es eine sehr lobenswerte und Gott sei Dank auch im internationalen Kontext hin und wieder erfolgreiche Aktivität für Gitarrenmusik, allerdings nur in der Stadt San Pedro de Sula. Diese Aktivitäten stehen und fallen mit der Person des Leiters der privaten Musikschule „Andrés Segovia“ Maestro Franciso Carranza und der Eltern seiner Schüler. Nicaragua ist für sehr viele Jahr ein leidendes Land gewesen: Revolutionen, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme usw.). Kein Wunder, dass Nicaragua in der Literatur viel, aber in der Musik wenig zu bieten hat. Dabei ist der Nicaraguaner wie alle Mittelamerikaner natürlich ein sehr musikalischer Mensch. Was speziell die Gitarrenmusik anbetrifft, denke ich dass unser Einfluss aus Costa Rica, dem unmittelbaren Nachbarland, aber auch Euer Besuch dort 2003 einiges  bewirken wird. So hat sich in der Folge Eueres Konzertes in der Stadt Granada eine kleine Gitarristengruppe etabliert. Auch waren ja bei Euerem Konzert in Granada nicht wenige Musikstudenten aus der Hauptstadt Managua zugegen. Costa Rica hat das Glück, dass es kein Geld für Militär ausgibt! Deshalb gibt es bei uns auch Musikschulen und universitäre Musikstudiengänge. Daraus resultieren sehr viele Musikgruppen, wie bei Euch, allerdings in geringerem Maße, aber wir versuchen wie Deutschland alles zu machen: Pflege der Volksmusik, der klassischen und Unterhaltungs- (Folklore-) Musik sowie, soweit möglich, Austausch mit dem Ausland. 

AS: Ich kenne weder in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern einen Professor für Gitarre, der gleichzeitig Chef des nationalen Blasmusikverbandes ist. Bei uns..... eigentlich unvorstellbar. Wie kam es dazu? 

MS: Ein großer Teil des Repertoires für Gitarre ist von bescheidener Qualität. Wir haben keine Komponisten wie z.B. Chopin, Brahms, Beethoven, Mozart, Strawinsky usw. Das Repertoire ist musikalisch interessant, aber klein!  Von den alten Meistern abgesehen gibt es erst im 20. Jhd. bedeutende Komponisten, die für Gitarre komponieren, wie Britten, Walton, Henze, Haug, Villa-Lobos, Ginastera, Brouwer u.a. Diese Situation war für mich persönlich auf die Dauer frustrierend, und so hatte ich beschlossen, auch Dirigieren zu studieren. Zunächst dirigierte ich Sinfonieorchester, Chöre und Blasorchester. Dann wurde ich zum Chefdirigenten des nationalen Blasorchesters von San José berufen und widmete mich als Dirigent in den Jahren 1986 bis 1991 ganz dieser Aufgabe. Ich verliebte mich wirklich in diese Musik und diese Musiker! Hier gab es keine Fraktionen, wie ich sie von den „Saitenmusikern“ her leider kenne: Hier Violine kontra Mandoline, dort Laute kontra Gitarre, andernorts Zupforchester gegen Gitarrenorchester usw. Bei meinen Bläsern gibt es ein vorurteilsfreies Musizieren. Ich kann mit ihnen wirklich alles machen. Sie geben mir auch völlig freie Hand in der Programmgestaltung. Das alles zusammengenommen ist es, was mich immer wieder mit der Blasmusik in Costa Rica anbändeln lässt! Übrigens bin ich nicht der einzige Gitarrist, der andere Orchester dirigiert. Mein Gitarrenkollege Mauricio Araya dirigiert z.B das nationale Blasorchester von Alajuela, und man denke nur an Maestro Leo Brouwer als Dirigent von Sinfonieorchestern. 

AS: Während der Mittelamerika-Tournee des JGO B.-W. Im Jahre 2003 konnte ich feststellen, dass sich viele Menschen in den vier Ländern sehr für die europäische Integration interessieren, ja ihnen die EU quasi als Modell für Mittelamerika erscheint. Wie denkst Du darüber, und ist bei Euch schon etwas passiert?

MS: Ginge es nach mir, sollte Mittelamerika eine einzige Nation sein. Wir haben eine gemeinsame Sprache, wir haben einen ähnlichen Lebensstil und wir leiden alle unter den gleichen Problemen. Wir sollten unsere lächerlichen kleinkarierten Differenzen hinter uns lassen und die Region vereinen. Das war ja schon der Traum von Simon Bolívar. Leider ist es aber das Interesse einiger Regierungen, internationaler Konzerne und einiger weiterer Verrückter, uns getrennt zu halten, uns gegeneinander auszuspielen um weiterhin ihre Eigeninteressen verfolgen zu können. Natürlich gibt es ökonomische und sonstige Unterschiede zwischen unseren Ländern. So hat Costa Rica ein exzellentes Gesundheits- und Sozialsystem sowie einen hohen Alphabetisierungsgrad. Es müsste doch möglich sein, in gegenseitiger Zusammenarbeit diese Unterschiede auszugleichenstatt in engstirnigem Egoismus zu verharren.   

AS: Europäer vergessen gerne, wie ungeheuer groß Amerika ist. Dennoch war es für mich schon eine Überraschung, dass Du und Maestro Diego Máximo Pujol euch hier in Offenburg zum ersten Mal getroffen und überhaupt voneinander erfahren habt.

MS: Wie Du gesagt hast ist Amerika ein sehr großer Kontinent und oft wissen wir nichts voneinander. In unserer mittelamerikanischen Region, auch mit den Inseln wie Kuba, funktioniert die Kommunikation sehr gut. Unser Kontakt nach Südamerika ist eher gering. Südamerika ist riesengroß. Es gibt natürliche Barrieren wie das Amazonasgebiet oder die Anden. Außerdem ist z.B. Patagonien für uns noch viel weiter weg als der Ural für einen Portugiesen. Deshalb hat es mich auch sehr gefreut, hier in Offenburg auf Maestro Pujol zu treffen, zumal sich herausstellte, dass wir beide zeitweise bei dem gleichen wunderbaren Maestro Miguel Ángel Girolet studiert haben. Das ist ja auch das Tolle an solchen Festivals wie hier in Offenburg, dass wir Lateinamerikaner uns hier treffen. Ich bin tief beeindruckt von der Meisterschaft Pujols und glücklich über das gegenseitige Kennenlernen. Wir werden jetzt in Kontakt bleiben.

AS: Zum Schluss eine Standardfrage: Wie fandest Du Land und Leute während deines Aufenthaltes hier?

MS: Trotz einer natürlichen Affinität zu mediterranen  Ländern in Europa fühle ich mich in Deutschland ungeheuer wohl! Im Gegensatz zu meinen Landsleuten ist die Art und Weise meines Denkens und Handelns der deutschen artverwandter als der lateinamerikanischen. Ich war jetzt eine Woche hier.  Arbeitsphase mit dem JGO, Workshop und Konzerte beim Festival in Offenburg, ich kann nur sagen: Diese Mischung aus freundlicher Aufnahme und lockerem Umgang miteinander, wobei im Hintergrund aber immer dezent eine ordnende Hand zu spüren war, hat mich sehr beeindruckt. In den kurzen Ansprachen der Offiziellen kam immer wieder zum Ausdruck, wie sehr sie sich darüber freuen, gerade uns als Dozenten gewonnen zu haben, Ausländer aus Argentinien, Costa Rica. Dabei ist doch Deutschland selber eine so überragende Kulturnation. Eine einzigartige Erfahrung war für mich die Zusammenarbeit mit dem JGO B.-W., wie eingangs gesagt, vom Chaos am Montag bis zur absoluten Perfektion am Freitag. Tief berührt war ich, als mich gegen Ende des Festivals Eltern ansprachen und sich für meine Arbeit mit den Jugendlichen bedankten. Obwohl ich ja aus einem Land komme, das man das „grüne“ nennt, gefällt mir die Landschaft hier sehr. In einem der schmucken kleinen Dörfer wollte ich mal eine Weile wohnen! Dann könnte ich auch endlich mal die vielen Biere ausprobieren, die es hier gibt!
                                                                                                                                                        (Aus dem Spanischen v. Arnold Sesterheim)

 

Viele JGO'ler nutzten die Möglichkeit, beim Offenburger Festival an den Wokshops von Máximo Diego Pujol teilzunehmen, einem in der Gitarrenszene äußerst geschätzten Komponisten für Musik für Gitarre Solo und -Ensemble."

„Ich lasse mich ganz spontan inspirieren“

Máximo Diego Pujol  im Gespräch mit Matthias Kläger

 Pujol ist heute einer der meistgespielten Gitarrenkomponisten, in Deutschland sind vor allem seine „Cinco Preludios“ (besonders das „Preludio Tristón“) äußerst populär. Im Rahmen einer fünfwöchigen Europa-Tournee gab er beim EURO-Jugendfestival in Offenburg einen Workshop mit dem Thema „ Musik am Rio de la Plata - Tango, Milonga, Candombe“ und wirkte selbst solistisch am Abschlusskonzert mit. „Es ist dies meine dritte Tournee durch Europa und mit Abstand die längste. Bisherige Stationen waren Monaco, Paris, San Sebastián, Innsbruck, Salzburg, Graz und Offenburg, im Anschluss werde ich noch einen Meisterkurs an der Musikhochschule München geben.“

 Pujol unterrichtet am Conservatorio Superior in Buenos Aires sowohl Studenten als auch Kinder und Jugendliche, für deren Ausbildung er 1998 einen flexiblen Lehrplan ausgearbeitet hat. Die Arbeit mit der Jugend ist für ihn sehr wichtig, auch innerhalb von Veranstaltungen wie in Offenburg: „Dieses Festival halte ich für sehr wertvoll, besonders durch seine Vielfalt an Stilen, Instrumenten und Typen von Dozenten können die Jugendlichen unglaublich viel davon profitieren. Diese ungewöhnliche Konzeption hebt es von anderen Festivals ab, am ehesten ist es mit ‚Guitarras del Mundo’ in Buenos Aires zu vergleichen, wo allerdings in wesentlich größerem Stil ausschließlich Konzerte und keine Seminare stattfinden. Eurem Festival täte übrigens eine Verlängerung um ein oder zwei Tage und die damit einhergehende Entzerrung der Workshops sicher gut.“

 In seinen Kursen spielen die Schüler oft Pujols eigene Kompositionen oder auch Musik von Piazzolla, den Pujol zwar nicht persönlich kannte, aber als große Vaterfigur des „Tango nuevo“ bewundert. „Meine ‚Cinco Preludios’ schrieb ich als erstes ernstzunehmendes Stück mit 19 Jahren – ich hatte Glück, dass Maria Isabel Siewers sie der Universal-Edition vorschlug, die sie einige Jahre später herausgab. Sie haben eine besondere Frische, die so in späteren Werken nicht mehr da ist. Mein Stil ist über die Jahre allerdings ähnlich geblieben, trotz einer ausgereifteren und bewussteren Kompositionsweise. Welche meiner Stücke am häufigsten gespielt werden, ist übrigens regional unterschiedlich, in Österreich ist es etwa ‚Septiembre’ aus den ‚Piezas rioplatenses’.“

 Pujol ist ein Porteño, stammt also aus Buenos Aires (wo er auch sein ganzes bisheriges Leben verbracht hat), dessen Tangomusik ihn nachhaltig geprägt hat. „Ich versuche, vereinfacht gesagt, Piazzollas Tango mit der typisch gitarristischen Kompostionsweise von Villa-Lobos und Brouwer zu verbinden. Vor allem Villa-Lobos hat der Gitarre ganz neue Möglichkeiten eröffnet, die ich in meinem eigenen Stil zu nutzen versuche.“

 Seine gitarristische Ausbildung hatte er ebenfalls in Buenos Aires am Konservatorium erhalten, ein Kompositionsstudium war damals als Gitarrist dort nicht möglich. „Größte Bedeutung – vor allem in technischer Hinsicht – hatte mein Unterricht bei Abel Carlevaro 1977-79. Wir waren damals eine Gruppe von ca. 15 Studenten, die ihn regelmäßig für mehrere Tage aus Montevideo nach Buenos Aires einluden. Auch von Carlevaro beiden wichtigsten Schülern Alvaro Pierri und Eduardo Fernández habe ich einiges gelernt.“

 Befragt nach seinen Plänen und nächsten Projekten gibt Pujol anschließend einen kleinen Einblick in seine Arbeitsweise: „Ich habe zwar einige Anfragen für Kompositionen, weiß aber noch nicht, was ich als nächstes schreibe. Wenn ich wieder in Buenos Aires bin, lasse ich mich ganz spontan zu etwas inspirieren. Schon immer ist mein Arbeiten sehr unregelmäßig und stimmungsabhängig, auf längere Pausen folgen immer wieder sehr arbeitsintensive Phasen.“

 Noch am selben Tag fährt Máximo Pujol nach München weiter, wo wir an der Musikhochschule und in Zusammenarbeit mit dem Spanischen Kulturinstitut einen Meisterkurs und ein Konzert – natürlich mit Werken von Pujol und Piazzolla – organisiert haben. Dann führt sein Weg über Paris und Madrid zurück nach Buenos Aires.

 (Übersetzung der Zitate aus dem Spanischen und Englischen: Matthias Kläger)