THAILAND und LAOS 1994

 

Stationen der Reise:

Alles begann mit einer Intensivprobe am Tag vor Reiseantritt in Heidelberg. Ab Frankfurt ging es dann mit Olympic Airways zunächst nach Athen mit 15-stündigem Aufenthalt, dann mit einem Jumbo nach Bangkok. Bangkok bietet den Eindruck eines vor Leben überquellenden Hexenkessels. Unmöglich, in wenigen Zeilen all die neuen und daher umso überwältigenderen Eindrücke zu schildern!Khon Kaen, die Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Isan, ist unsere nächste Station. Wir erreichen sie mit dem Nachtzug, der nur drei Minuten Aufenthalt hat! Dennoch schaffen wir es, in dieser kurzen Zeit Instrumente und Gepäck pünktlich auszuladen. Im Vergleich zu Bangkok ist diese Stadt sehr viel ruhiger und gut überschaubar. Wir können fast alles im Zentrum zu Fuß oder mit Fahrradrikscha erreichen. Faszinierend hier das alltägliche Leben, die Häuser und Stände der Handwerker, der Markt, die betörenden Geruchsvarianten Unser letztes Ziel ist schließlich Vientiane, die Hauptstadt von Laos. Sie bietet wiederum ein völlig anderes Erscheinungsbild. Auf den ersten Blick ist zu sehen, daß Laos eines der ärmsten Länder der Welt ist. Das Leben scheint hier langsam, quasi verschlafen abzulaufen. Eine Stunde Verspätung, so sagt man uns, gelte immer noch als pünktlich. Auch sollten wir uns nicht wundern, wenn vieles nicht funktioniert. - Wir nehmen es gelassen.

Sehenswürdigkeiten:

Auf je einem Konzert- und Reisetag hatten wir einen Tag für Besichtigungen und Ausflüge frei. Diese Zeit nutzten wir teils ge meinsam, teils in kleinen Gruppen, um z.B. in Bangkok das eindrucksvolle "What Pra Kheo", die bedeutendste Tempelanlage des Landes, zu sehen. Ein andermal bringt uns ein halbtägiger Ausflug durch riesige Kokospalmplantagen zu den überaus farbenfrohen ,,Schwimmenden Märkten" . In Khon Kaen erleben wir nach einem exzellenten Abendessen eine Vorführung mit traditioneller Musik und Tänzen.Unvergeßliche Eindrücke vermittelte ein Halbtagesausflug über die Dörfer. Einheimische demonstrieren uns die Zucht der Seidenraupen und das Weben und Färben bunter Seidentücher. Ein weiterer Höhepunkt in Thailand war die Fahrt nach "Phimei", einer archaischen Tempelanlage der Khmer, eines eigentlich kambodschanischen Volkes, das aber hier in Nordthailand großen kulturellen Einfluß hatte. In Laos unternahmen wir einen Ausflug zu einem ca. 80 km von Vientiane entfernt liegenden Stausee, der bereits in der Dschungelregion liegt. Vom Bus aus sehen wir große Abholzungsarbeiten mit Elefanten als Arbeitstiere. Kreuz und quer liefen auf der Straße die Wasserbüffel, Rinder, Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse, Hunde und Katzen und natürlich die Menschen, zu Fuß, auf dem Fahrrad, mit Mopeds..., ganz anders als in Bangkok:

 

Verkehr in Bangkok

Die Konzerte:

Von den vier Auftritten, die wir hatten, kann man zwei besonders hervorheben. Sie fanden in den klimatisierten Räumen des Goethe-Instituts in Bangkok und in der Universität von Khon Kaen statt. Beide Konzerte waren sehr gut besucht, wurden enthusiastisch aufgenommen. Das Konzert in Bangkok zeichnete das dortigen Fernsehen auf, es wurde zwei Tage später komplett gesendet. Die beiden anderen Auftritte könnte man als musikalische ,,Happenings" bezeichnen. In Bangkok, in der Thammasat-Universität, war es ein open-air-Konzert, bei dem wir uns in Anbetracht der heraufziehenden Regenwolken ausbedungen hatten, wenigstens unter einem Betondach spielen zu können. So blieben die Instrumente trocken, wir selber aber waren trotzdem klatschnaß -nicht vom Regen, sondern wegen der tropischen Temperatur und der Luftfeuchtigkeit von annähernd 95 %. Einen Steinwurf weiter zischten Motorboote mit unbeschreiblichem Lärm auf dem Meping-FIuß vorbei. So entstand für Spieler und Dirigenten eine bis dahin unbekannte akustische Melange von Geräuschen mit Musik von Bach, Debussy etc., die dem zahlreichen und begeisterten Publikum jedoch nicht fremd zu sein schien. Ähnlich kurios erlebten wir in Vientiane unseren Auftritt im ,,Zirkus der Russisch-Laotischen Freundschaft". Das Konzert begann vor fast leeren Rängen, jedoch mit jedem Ton, den wir von uns gaben, erhöhte sich die Zahl der Zuhörer, und gegen Ende des ersten Teils war das Zelt gefüllt mit Menschen, die wohl noch nie in ihrem Leben klassische Musik gehört hatten. Sie verfolgten einerseits unser programm aufmerksam und bedachten es mit viel Applaus, aber sie fanden auch nichts dabei, sich miteinander zu unterhalten oder umherzugehen.

Das JGO in Khon Kaen

 


 

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