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2. September – Der Abreisetag
Nach drei Tagen intensiven
Proben in Heidelberg, hieß es für uns unsere sieben Sachen zu packen und uns
auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Die Vorfreude auf die bevorstehende Reise
war groß und wurde von der frühen Abfahrtszeit des Zuges kaum
beeinträchtigt. Fit wie eh und je stiegen wir in den Zug Richtung Frankfurt
Flughafen. Kurz nach dem Einchecken befanden wir uns dann auch schon im
Flugzeug, das uns nach Lviv, unserem erstem Aufenthaltsort in der Ukraine,
bringen sollte. In weiser Voraussicht verbrachten die Meisten den Flug
schlafend und wachten erst auf, als das Flugzeug zur Landung ansetzte. Nach
der angenehmen Reise wurden wir von Victoria Sidorenko, der
Gitarrenprofessorin der Musikakademie Lviv,
3. September – Probe und Konzert
Vor unserem ersten Konzert
in der Ukraine probten wir nochmals ausgiebig, zunächst in der
Musikakademie, später in der Philharmonie. Einige Schüler von Victoria
Sidorenko unterstützten uns in der Probe und auch beim Konzert am Abend.
Mittags aßen wir in der Mensa der Musikakademie und lernten dort die
ukrainische Küche kennen. So gab es unter anderem einen leckeren, wenn auch
für unsere Geschmacksnerven durchaus außergewöhnlichen Salat aus Chips,
getrocknetem Fisch, Kohl und Mayonnaise. Gestärkt von dem Essen, zogen wir
in die Philharmonie um. Nachdem wir die extrem hohe Bühne erklommen hatten,
konnten wir noch für einige Stunden proben. Das anschließende Konzert war
sehr gut besucht und ein voller Erfolg, besonders das Stück, das wir mit den
ukrainischen Gitarristen spielten, wurde lange beklatscht. Die Abendplanung
überließen wir wieder unseren Studentinnen, die uns in eine Kneipe führten,
die wir selbst wohl nie gefunden hätten. Erst nachdem wir mit einem, mit
einer MG-Attrappe bewaffneten Soldaten auf die Ukraine angestoßen hatten,
durften wir eintreten und das gute Essen und vor allem den guten Vodka
genießen. Der Abend bot die Möglichkeit Kontakte mit den Ukrainern zu
knüpfen und auf diese neuen Freundschaften anzustoßen.
Nach der kurzen Nacht fiel
es einigen nicht so ganz leicht das gemütliche Hostelbett zu verlassen. Aber
Olga, eine der Studentinnen, wartete schließlich auf uns, um uns die Stadt
zu zeigen. Schon kurz nach Beginn der Führung mussten wir feststellen, dass
Olga im Gegensatz zu uns den Abend weitaus besser verkraftet hatte und nur
so vor Energie sprühte. Sie zeigte uns etliche Plätze und Gebäude, vor allem
die Kirchen der Stadt und klärte uns über die vielen verschieden Religionen
der Bevölkerung auf. Nach der Stadtführung und einem anschließenden
Mittagessen in der Hochschulmensa hatten wir Freizeit, die jeder individuell
gestaltete.
5. September – Odessa, die Perle des Schwarzen Meers
Die Bekannte von Helmut Oesterreich, Frau Nastya Bubina empfing uns am Bahnhof von Odessa und begrüßte uns in ihrer Heimatstadt. Wieder wurden wir mit Minibussen zu unserem Hotel gefahren. Mit den Busfahrern, die uns auch in den nächsten Tagen durch die Stadt fahren sollten, machten wir gleich eine herzliche Bekanntschaft, als jemand von uns aus voller Inbrunst im Bus zu pfeifen anfing. Mit sicherlich freundlich gemeinten Gesten wurde derjenige zum Schweigen gebracht. Tilla, die uns während der gesamten Reise mit ihren russischen Sprachkenntnissen zur Seite stand, klärte uns später darüber auf, dass in Russland und wohl auch in der Ukraine die abergläubische Meinung vertreten war, dass Pfeifen in Räumen zu Geldverlusten führen. Das wollten wir dem charmanten Busfahrer dann doch nicht antun. Nachdem wir einen ersten Eindruck der Stadt gewonnen hatten und unsere hungrigen Mägen gefüllt, trafen wir uns am Abend mit Prof. Dr. Natalja Köhn im Bayern-Haus, ein Haus und eine Kulturinstitution, die mit dem Goethe-Institut in Odessa assoziiert ist. Nach einem Willkommensgruß wurde noch geklärt wann und wo wir unsere Konzerte haben sollten, ob mit oder ohne Verstärker. Den restlichen Abend probten wir, da das Konzert bereits am nächsten Vormittag stattfinden sollte. 6. September – Konzert und Strand Der Morgen begann schon früh, schließlich war unser Konzert für 13.00 Uhr angesetzt. Ein gemütliches Frühstück im Bayern Haus entschädigte jedoch die frühe Uhrzeit. Nach dem Frühstück probten wir ein letztes Mal vor dem Konzert und fuhren dann mit den Minibussen zu der Presbyterianischen Kirche Odessa. Dort wartete schon ein Kamerateam eines ukrainischen Fernsehsenders auf uns. Bereits vor dem Konzert wurden einige Orchestermitglieder für die Sendung „Jugend-Sport-Politik“, in der unser Beitrag erscheinen sollte, interviewt. Auch unser Konzert, das sehr gut besucht sowie erfolgreich war, wurde mitgeschnitten.
Da das Konzert schon um 15.00 Uhr zu Ende war, stand uns der Nachmittag zu freien Verfügung und wurde sehr unterschiedlich genutzt. Einige fuhren an den Strand, um wohl zum letzten Mal in diesem Jahr Sonne zu tanken. Andere erwarben Andenken an die schöne Stadt Odessa in unterschiedlichster Form. So ziert ab diesem Tag der tätowierte Schriftzug „Odessa“ in kyrillischer Schrift den Fuß eines Spielers.
Abends führte uns Nastya in ein schönes Restaurant in der Innenstadt. Noch hungrig vom Strandbesuch, probierten wir uns durch die gesamte Speisekarte, ganz zur Freude der Kellner. Später zeigte uns Nastya noch einige schöne Plätze der Stadt. Vor allem die „Potemkinschen Treppen“, bekannt geworden durch Sergej Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“, zogen fast unsere gesamte Aufmerksamkeit auf sich, wären da nicht die in grellen Neonfarben erleuchteten Bäume am Rande der Treppe.
7. September – Das letzte Konzert An unserem letzten Tag in Odessa checkten wir schon früh aus dem Hotel aus. Schließlich mussten wir schon um 11.30 ein Konzert in der Deutsch-Ukrainischen Gemeinde Odessa geben. Dort wurden wir herzlich empfangen. Nach einer kurzen Probe spielten wir in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche. Sogar eine Gitarrenprofessorin aus Odessa war zu unserem Konzert gekommen und sehr beeindruckt. Auch Natalja Köhn war sehr glücklich und zufrieden mit den Konzerten und schenkte uns zum Abschied eine CD ihres Chores. Unser Zug nach Kiew fuhr erst gegen 19.00 Uhr, so dass wir noch genügend Zeit hatten nachmittags Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen und uns auf die bevorstehende Zugfahrt vorzubereiten.
Als wir abends dann in den
Zug einstiegen, hatten einige ein mulmiges Gefühl, doch wie sich
herausstellte sah bei Tageslicht alles viel weniger beängstigend aus.
Während der Fahrt lernten wir Ukrainer kennen, die uns über die wahre
Identität unser Orchestermitglieds Raphael aufklärten. Bis auf die rote
Perücke, sähe er ihrem Lieblings-Comedian zum Verwechseln ähnlich. Und
wirklich, der Mann auf dem Handyvideo zeigte eine gewissen Ähnlichkeit ;-) 8. September – 1 Tag in Kiew Nach wenigen Stunden Schlaf und vielen netten Gesprächen erreichten wir am nächsten Morgen Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Den letzten Tag verbrachten wir damit, die Stadt zu erkunden und die Besichtigungstipps aus Jonas Reiseführer zu befolgen. So sahen wir den Platz der Revolution, wo vor wenigen Jahren die „Orangene Revolution“ begonnen hatte, beeindruckende Kirchen mit vergoldeten Kuppeln, das „große Tor von Kiew“ und den Universitätspark, den wir versehentlich mit dem Botanischen Garten verwechselten. Zudem kamen wir in den unverhofften Genuss einer Bergbesteigung unter Helmuts Leitung. Nach dem Motto, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg erklommen wir einen steilen Berg, um dann an derselben Stelle anzukommen, an der wir vor Stunden gestartet waren. Aber Helmut ist ja bekanntlich immer für eine Überraschung gut...
Nach diesem anstrengenden Tag, holten wir unser Gepäck abends am Bahnhof ab. Unser Ziel war der Flughafen, das zunächst unerreichbar erschien, da uns sonderbarerweise kein Bus mitnehmen wollte. Schließlich gelang es uns dann doch den Flughafen mit Taxis und kleineren Bussen vollzählig zu erreichen. Dort angekommen, beschlagnahmten wir erstmal die Toilettenräume, um uns nach zwei Tagen endlich mal wieder zu waschen. Der restliche Abend bzw. Nacht verlief ruhig bis wir gegen 7.00 Uhr in Richtung Deutschland abflogen.
Insgesamt war die Ukraine-Tour eine schöne und erlebnisreiche Reise, die uns allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Wir konnten viele neue Bekanntschaften machen und wurden schon jetzt für das nächste Jahr nach Odessa eingeladen. Mal sehen was daraus wird... |
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Konzert im Politecnico
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In der Folge eines Auftritts des JGO bei der "Langen Nacht der Gitarre"
in der Musikhochschule Stuttgart reisten 18 Orchestermitglieder mit 2
gemieteten Vans über Nacht für nur 2 Tage nach Turin. Grund war eine Einladung
des kulturellen Veranstaltungsbüros der Polytechnischen Universität, organisiert
durch den Turiner Musiker und Gitarristen Pierro D' Agostino der bereits früher
schon einen Italienaufenthalt mitorganisiert hatte.
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Das Konzert im Saal des Politecnico war hervorragend besucht, es waren wohl 350
- 400 Zuhörer zugegen als das JGO ein abwechslungsreiches Programm spielte:
Programm Conductors: Helmut Oesterreich & Christian Wernicke
Henry Purcell (1659 – 1695) Prelude & Fantasia
Victor Lazzarini (*1969) Ponteio
Gerald Garcia (*1949) Lorca-Concerto (Anda – Nana – Los Reyes)
Soloists:Stuttgarter guitar duo
Andreas Sorg (*1959) Rain Light Symphony
Evaristo Dall’ Abaco (1675 – 1742) Concerto all’ unisono
Giovanni Gabrieli (1557 - 1612) Canzona in double echo
Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788) Sinfonia A-Dur (Allegro – Largo – Allegro)
Astor Piazzolla (1921 – 1992) Milonga del Ángel
Zu besonderen Beifallskundgebungen konnte das Stuttgarter Gitarrenduo, die Solisten in Gerald garcias Lorca Concerto das Publikum hinreißen.
Das Stück von Andreas Sorg, die Rain Light Symphony wurde für das JGO komponiert, es ist avanciert Neue Musik die neben dissonanzenreicher Harmonik und wechselnden Metren auch Elemente von minima Music und vor allem Rockmusik enthält. Sehr beeindruckend waren die Solisten am E-Bass (Michael Zeuner & Matthias Göppel) und an der E-Gitarre ( Phillippe Wolter und Thilo Ruck), die ihren höchst anspruchsvollen Part souverän virtuos bewältigten.
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| Thilo Ruck & Phillippe Wolter | Matthias Göppel & Michael Zeuner |
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